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Deutschlands Gesundheitspolitik: „Ist dieses System die Antwort auf all die Veränderungen, die auf uns als Gesellschaft zukommen?“

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THE LANCET interviewt DGÖGB Experten zur Gesundheitsagenda 2025 nach der Bundestagswahl in Deutschland.

Der voraussichtlich neuer Bundeskanzler Friedrich Merz übernimmt eine Reihe von Plänen für die Gesundheitsreform und muss sich mit einer alternden Bevölkerung und Unterinvestitionen in die Infrastruktur auseinandersetzen.

Die Gesundheitsversorgung war im Wahlkampf vor den Bundestagswahlen im Februar kein zentrales Thema. Doch die nun dominierende Christlich Demokratische Union/Christlich Soziale Union (CDU/CSU) übernimmt eine Reihe von Gesundheitsreformen und muss sich mit langjährigen Problemen im deutschen Gesundheitssystem auseinandersetzen.

Die scheidende Koalition, dominiert von der linksgerichteten Sozialdemokratischen Partei, hat eine Reihe von Gesundheitsreformen auf den Weg gebracht, hatte aber nicht genug Zeit, sie vollständig umzusetzen. Sie initiierte Krankenhausreformen, die eine Änderung des Erstattungssystems und die Reduzierung der Anzahl der Krankenhäuser beinhalten. Die CDU/CSU hat deutlich gemacht, dass sie ein langsameres Tempo der Veränderungen wünscht. Eine andere Initiative – Gesundheitskioske, an denen die Öffentlichkeit Gesundheitsberatung erhalten, einfache Tests oder Medikamente erhalten und mit anderen Sozial- und Gesundheitsdiensten vernetzt werden kann, um den Druck in anderen Teilen des Systems zu verringern – kam nie über mehrere Pilotprojekte hinaus. Beide Projekte seien zeitgemäß und notwendig gewesen, litten aber unter Finanzierungsunsicherheiten, sagte Nicolai Savaskan von der Deutschen Gesellschaft für Public Health und Bevölkerungsmedizin. „Das Budget dafür ist noch nicht beschlossen oder politisch umstritten. Die bisherige Koalition lässt also einiges offen.“

Savaskan von der DGÖGB wies darauf hin, dass Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern viel für das Gesundheitswesen ausgibt. Eurostat-Daten zeigen, dass Deutschland im Jahr 2022 12,6% seines BIP für das Gesundheitswesen ausgab – der höchste Anteil aller EU-Länder. Das Problem, so Savaskan, sei nicht, mehr Geld auszugeben, sondern „wie man es zuteilt und wofür man es ausgibt“. Dieses Ergebnis gelte insbesondere angesichts eines Themas, das im Wahlkampf kaum erwähnt wurde, aber sowohl für die Zukunft der deutschen Wirtschaft als auch des Gesundheitssystems von enormer Bedeutung sei: die rapide alternde Bevölkerung. Laut Robert Koch-Institut werden bis 2030 29 % der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein, verglichen mit 21 % heute. „Ist dieses System die Antwort auf all die Veränderungen, die auf uns als Gesellschaft zukommen?“, fragte sich Savaskan.

Den ganzen Beitrag unter dem Titel „Germany’s Merz faces an unfinished health agenda“ (THE LANCET Volume 405, Issue 10481, p768, March 08, 2025) finden Sie hier:

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(25)00443-X/fulltext

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