Kopiert Deutschland den Weg von Public Health England? DGÖGB Mitglieder zeichnen Konsequenzen auf, die eine neue Bundesbehörde mit sich bringt
Im Zuge der COVID-19-Pandemie hat die Bundesregierung kürzlich eine grundlegende Änderung ihrer öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur beschlossen. Im Mittelpunkt dieses Wiederaufbaus steht die Gründung eines neuen Bundesinstituts für Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM) auf Kosten zweier Bundesinstitutionen, des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA).
Mit diesen Veränderungen leitet Deutschland eine außergewöhnliche Neuordnung seiner nationalen Gesundheitsorganisationen und Zuständigkeiten ein, indem alle Themen rund um nichtübertragbare Krankheiten grundsätzlich von denen der Infektionskrankheiten getrennt werden. Damit geht Deutschland den gleichen (Irr-)Weg, den Großbritannien mit der Zerschlagung von Public Health England 2021 ging (Hunter et al., 2022).
Dennoch: Die offenen Forschungsaufgaben der Gesundheitsbehörden in Deutschland bleiben jedoch weiterhin unbefriedigt. Damit markiert das Jahr 2024 eine entscheidende Zäsur für die öffentliche Gesundheit in der modernen Geschichte Deutschlands.
Savaskan N, Lampl BMJ, Yavuz M, Tinnemann P. Germany’s national public health gets reorganized: A new institute shall take center stage. Health Policy. 2024 Jul;145:105084. doi: 10.1016/j.healthpol.2024.105084. Epub 2024 May 24
