Alle Vorträge des Fachsymposiums:
Gerne stellen wir Teilnehmenden die Vorträge auf Anfrage zur Verfügung.
Fachsymposium „Öffentlicher Gesundheitsdienst – Garant für evidenz-basierte Bevölkerungsmedizin in Deutschland„
Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) erfüllt viele bevölkerungsmedizinische Funktionen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und zu fördern. Allerdings stellt dazu u.a. der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklungen im Gesundheitswesen 2023 fest, dass die bevölkerungsmedizinischen Aufgaben des ÖGD nur sehr gering an Hochschulen verankert sind. Ursächlich hierfür ist u. a. das Fehlen einer wissenschaftlich medizinischen Fachgesellschaft, die relevante Expertise und den notwendigen Austausch innerhalb des Fachgebietes Öffentliches Gesundheitswesen gewährleistet. Ebenso fehlt eine empirisch basierte und anwendungsbezogene Koordination in einer überwiegend dezentralen Struktur der behördlichen Einrichtungen.
Die fehlende, wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft, sowie zumeist geringe wissenschaftliche Evidenz, werden dafür verantwortlich gemacht, dass es kaum einheitliche Leitlinien im ÖGD gibt, die den Akteuren des ÖGD bevölkerungsmedizinische Handlungsempfehlungen bereitstellen. Dies führt zu einer heterogenen, häufig nicht evidenzbasierten Aufgabenerfüllung im ÖGD und erschwert die erforderliche Qualitätssicherung. Darüber hinaus braucht zukunftsfähige Forschung zu öffentlicher Gesundheit und Bevölkerungsmedizin in Deutschland eine datenbasierte Neuausrichtung, um empirisch fundiert zielgerichtete Maßnahmen herleiten zu können. Dies ist insbesondere im Kontext der Zuständigkeit der Länder für den Öffentlichen Gesundheitsdienst zu sehen, da hierdurch bereits eine bemerkenswerte Heterogenität der Behörden des Öffentlichen Gesundheitsdienstes zu verzeichnen ist.
Auf dieser Basis wird empfohlen, dass der Transfer von Erkenntnissen zwischen bevölkerungsmedizinischer Praxis und Forschung flexibel und translational ausgerichtet wird. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit zwischen beteiligten Akteuren in den Einrichtungen der klinischen, ambulanten und öffentlichen Versorgung mit integraler Forschung in allen bevölkerungsmedizinischen Bereichen nötig.
Gleichzeitig ist auch eine stärker vernetzte zentrale Unterstützung und Koordination der dezentralen Akteure mit gleichzeitiger universitärer Verankerung des Fachgebietes „Öffentliche Gesundheit und Bevölkerungsmedizin“ an medizinischen Fakultäten erforderlich. Als zentrale Struktur wird eine wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft empfohlen, die zukunftsweisend evidenzbasierte Bevölkerungsmedizin in Deutschland fördert und sicherstellt.
Ziel
Wir möchten gemeinsam mit Ihnen diskutieren, wie fachübergreifend zukunftsfähige bevölkerungsmedizinische Forschung und evidenzbasierte Zusammenarbeit etabliert und in den Gesundheitsämtern flächendeckend implementiert werden können.
Wann & Wo
Die Veranstaltung findet statt am
Freitag, 13. Oktober 2023, 9.-16.oo Uhr
Auditorium, Gesundheitsamt Frankfurt am Main, Breite Gasse 28, 60313 Frankfurt am Main
Interesse & Teilnehmen
Bitte schreiben Sie uns ein Email an: Kontakt@bevoelkerungsmedizin.de
Ablauf
| Grußwort: Dr. med. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer | |
| 09.00-09.45 | Block 1 – Entwicklung moderner Forschung im ÖGD Moderation: Dr. med. Anne Bunte |
| 15‘ | Wie Forschung im Gesundheitsamt Frankfurt etabliert wurde Prof. Dr. Dr. med. Rene Gottschalk |
| 15‘ | Was wir aus der gemeinsamen Forschung während der Corona Krise gelernt haben Prof. Dr. med. Sandra Ciesek |
| 15‘ | Diskussion |
| 09.45-10.30 | Block 2 – Infektiologische Bevölkerungsmedizin Moderation: PD. Dr. med. Benedikt Lampl |
| 15‘ | Erfahrungen in der Erarbeitung von bevölkerungsmedizinischen Forschungsanträgen mit dem ÖGD PD Dr. med. Berit Lange |
| 15‘ | Pandemic preparedness – was sollten wir tun? Prof. Dr. med. Bernd Salzberger |
| 15‘ | Diskussion |
| 10:30-11.00 | Kaffeepause |
| 11.00-11:45 | Block 3 – Pädiatrische Forschung Moderation: Dr. med. Frank Kunitz |
| 15‘ | Kinder- und Jugendgesundheit: Ein vernetzender Forschungsansatz als Stärke des ÖGD Prof. Dr. med. Stefan Ehehalt |
| 15‘ | Die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) und wie können AGA und ÖGD zusammenarbeiten? PD. Dr. med. Susann Weihrauch-Blüher |
| 11.45-12.30 | Block 4 – Moderne Forschung bei klassischen Gesundheitsschutzaufgaben Moderation: PD. Dr. med. Nicolai Savaskan |
| 15‘ | Standardisierung von Begehungen medizinischer Einrichtungen PD. Dr. med. Sabine Gleich |
| 15‘ | Empfehlungen zur Gründung einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft- Schwerpunkte und Herausforderungen aus Sicht der wissenschaftlichen Hygiene Prof. Dr. med. Martin Exner |
| 15‘ | Diskussion |
| 12.30-13.30 | Mittagspause |
| 13.30-14.15 | Block 5 – Zukunft von Lehre und Wissenschaft in der Bevölkerungsmedizin Moderation: Prof. Dr. med. Jana Jünger |
| 15‘ | Was wünscht sich die junge Generation der Medizinstudierenden? Nadja Moser |
| 15‘ | Wissenschaft Curriculum in der globalen und planetaren Gesundheit – relevant für die Bevölkerungsmedizin? Prof. Dr. med. Miriam Rüsseler, Prof. Dr. med. Olaf Horstick |
| 15‘ | Diskussion |
| 14.15-14:45 | Kaffeepause |
| 14:45 -16.15 | Block 6 – Zukunftsfähigkeit der Bevölkerungsmedizin Moderation: PD Dr. med. Peter Tinnemann |
| 15‘ | in Planung |
| 15‘ | Der Auftrag des Sachverständigenrates an die wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft Prof. Dr. rer. oec. Beate Jochimsen |
| 15‘ | Die Aufgaben der AWMF, und was sind Erwartungen der AWMF an Fachgesellschaften? Dipl-Biol. Dennis Makoschey |
| 45‘ | Diskussion |
| 16.15-16.30‘ | Zusammenfassung des Tages |
| Get together |
Unkostenbeitrag
(wir bitten Sie sich freundlicherweise an den Kosten zur Ausrichtung des Symposiums zu beteiligen)
Mitglieder: 20 Euro
Nicht-Mitglieder: 30 Euro
(weitere Informationen zum Antrag auf Mitgliedschaften finden Sie hier: https://bevoelkerungsmedizin.de/de/mitgliedschaften/)
Erklärung des Veranstalters
Die Inhalte der Fortbildungsmaßnahme sind produkt- und dienstleistungsneutral gestaltet. Alle Referenten:innen und die wissenschaftliche Leitung wird mittels Selbstauskunft gegenüber den Teilnehmenden potentielle Interessenkonflikte offenlegen.
Die Veranstaltung erhält kein geldwertes Sponsoring. Räumlichkeiten werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Veranstalter zahlt keine Aufwandsentschädigungen und übernimmt keine Reise- und Übernachtungskosten. Die Höhe der Gesamtaufwendungen beschränken sich auf die Kosten für den Antrag auf Anerkennung einer ärztlichen Fortbildung bei der Landesärztekammer Hessen.